Reiten in Deutschland: Thüringen, Bergisches Land und Altmark

reiten in thueringen webUnterwegs mit Pferden in Thüringen – eine schöne Mischung aus Natur und Menschen

 

Juli 2016. Bremsenzeit, massiv und wild im Südburgenland, wir sind auf der „Flucht“ und reisen nach Deutschland. Später weiter, im August, geht es weiter nach Polen. Thüringen, wir waren schon einmal hier, ist ur – romantisch! Die faszinierende Mischung aus kleinen Dörfern, hügligen Landschaften, schönen Wäldern und netten Menschen zieht an. Wir parken nahe Heinrichsruhe, einem Waldgasthof, wo nicht nur wir erstklassig verköstigt werden, sondern auch unsere Pferde, die haben eine große grüne Weide.

neustadt an der orla web

Blick von „Heinrichsruhe“: Im Tal liegt Neustadt an der Orla. Nett ist die kleine Altstadt dort, super die Brote vom Bäcker „Hunger“ (der Name stimmt!) und köstlich Thüringer Würste vom Fleischer neben dem Rathaus.

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Eine Woche sind wir mitten im Wald! Täglich unterwegs mit unseren Criollo Damen. Die Wege sind weich, führen durch dichte alte Wälder, mal durch Dörfer mit 10 oder 20 Häusern. DDR – Vergangenheit, die Einfachheit, auch wie die Menschen geformt sind, alles wirkt einfach, menschliche nahe einfach unverdorben. Nichts ist zugepflastert (Honecker hatte ja keine Kohle) und diese recht natürliche Welt ist harmonisch. Klasse, wir fühlen uns hier richtig wohl. Mike, der Besitzer von „Heinrichsruhe“ passt bestens in das „Thüringer Bild“. Immer humorvoll und hilfsbereit. Seit Jahren nimmt er Reiter mit ihren Pferden auf.

 

 

 

 bergisches land reiten sonnenuntergang webBergisches Land (NRW): Besuch bei Freunden und unterwegs auf schönen Reitwegen

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Bernd und Manuela unterwegs im „Bergischen Land“

Bergisches Land“, eine sanfte Hügellandschaft, die nichts gemeinsam mit Bergen der Alpen hat, liegt gleich „nebenan“ von Köln, nur 50 km entfernt. Romantisch parken wir am Waldrand der „Ranch Osterhammel“. Mich persönlich verbindet viel mit den Namen Osterhammel, denn dahinter steckt nicht nur eine nette Großfamilie von Reiterinnen und Reiter, sondern und besonders mein Freund Bernd Osterhammel. Bernd war Mitte der 90iger mit uns in Chile auf einer 10 Tagesreittour unterwegs. Uns verbindet nicht nur eine Freundschaft, auch viele gleichen Ansichten des Lebens und eine recht starke Pferdephilosophie. Bernd trägt seine Ansichten nach Außen, professionell, und bietet Pferdeflüstern für Manager, ist Vortragsredner und Coach: http://www.berndosterhammel.de/
Seine Ansichten packt er in wenige Worte:

Der Weg zu innerem Frieden, Lebensfreude, Leichtigkeit, persönlicher Freiheit, finanzieller Unabhängigkeit und einer Traumfirma wurde mir von Pferden und Menschen bewusst gemacht, die mir als Geschenk in meinem Leben begegneten.“
Sein neu erschienenes Buch „Pferdeflüstern für Manager“ Wiley-vch Verlag ISBN 978-3-527-50876-1 ist lesenswert.

trailer im bergischen land reiten

Unser „zu Hause“ wenn wir unterwegs sind. Auf zwei Achsen und vier Räder haben wir alles dabei – was ein Mensch braucht. Manuela bereitet gerade ihre Stute für den Ausritt vor und Senta, unser Hund, beobachtet aus der „Hütte“.

Gemeinsam mit Bernd, aber auch allein, erkunden wir auf Reittouren die umliegenden Landschaften, die sehr abwechslungsreich sind. Mal Wälder, dann kleine Felder, und Dorfminiaturen von wenigen Häusern. Hier in dieser Ecke gibt es viele schöne Reitwegeohne Einschränkungen. Reitverbote sind unbekannt, was für ein Segen.
Jetzt, ende Juli, plagen auch hier die Insekten die Pferde. Es sind wenige Bremsen, dafür aber viele kleinenFliegen, die bei Mensch und Reiter in die Nase, Ohren und Augen kriechen. Von Früh bis ca. 10.00 Uhr macht das Reiten Spaß, da scheinen die fliegenden Peiniger noch zu schlafen.
Das „Bergische Land“ bleibt uns in schöner Erinnerung: Schöne Gespräche, kleine Reitausflüge und tolle Menschen.

hufschmied mit ventilator

Manuel Naber https://de-de.facebook.com/manuel.naber gehört mit zu unserem Freundeskreis im Bergischen Land. Er ist Hufschmied und hat viele spezielle Techniken. Bei einem Arbeits-Ausflug mit Manuel lernte ich eine tolle und recht einfache Vertreibung von Bremsen und Fliegen kennen: Der aufgestellt Ventilator, eine Art kräftige Windturbine, blies regelrecht alles Fliegende davon… und hatte noch einen zweiten Effekt wir Manuel selbst sagte: „Dann wird’s mir auch kühler, einfach Klasse das Teil!“
Klar beeindruckte mich das, besonders weil hier keine chemischen Sprays in Einsatz kommen, sondern Ideenreichtum auf natürliche Art: Der Wind!

 

reiten altmark clark webUnterrwegs in der Altmark

In den letzten Julitagen sinbd wir in der Altmark. „Alt“ allemal, einfach, schlcihet und schön ist diese Ecke. Passiert man die ehemalige Grenze beginnt schlagartig eine andere Welt. Etwas was natürlicher wirkt, einfach und ungeschminkt. Es fehlen die vielen Bauhaus – Ellemente in den Dörfern, die in Reihe und Glied gepflanzten Blumen, die Welt hier ist einfach wilder.

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und durch Recht nach Wohlfahrt achten….. heißt es weiter!

reiten altmark manuela webEinsam und abgelegen – die Altmark

Die letzten Julitage verbringen wir in der Altmark. „Alt“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn wo wir parken, an der Dorfstraße im Nest Hagen wirkt alles „alt“. Nicht poliert, ursprünglich, urig und einfach. Die Ecke gehört zur Ex-DDR und die Wohlstandlawine, einst vom Bundeskanzler Kohl propagiert, hat diese Region nach 25 Jahren immer noch nicht erreicht.

Die Ursprünglichkeit empfinden wir als wohltuend. Unsere Reitausflüge, obwohl es hier viele schöne Reitwege gibt, und die Altmark über ein gutes Reiterwegenetz verfügt, sind kurz. Denn auch hier im Juli plagen die Bremsen ab 08.30 die Pferde.

altmark parekn an der Dorfstrasse web

Die Ausritte führen über Felder, durch Wälder, und auf den alten Verbindungswegen zu den Dörfern, einst für Fuhrwerke mühevoll mit der Hand gepflastert. Altmark bedeutet tatsächliche Abgeschiedenheit und Ruhe mit viel Natur.

Irgendwie müssen wir noch einmal hierher kommen, denn ab ende August, wenn die Kornfelder abgeerntet sind, verschwinden auch die Bremsen – das sagen die Einheimischen.

Echter Osten

Das ist der „echte Osten“ wie Volker, der uns besucht, sagt. Über Kopfsteinpflaster rollt Volker zu Besuch bei uns. Mit Volker verbindet uns viel, denn er war 2000 unser Praktikant in Chile. Volker verdanken wir viel, denn er entwickelte gemeinsam mit mir, damals ein Pionierprojekt, unsere Webseite für unsere Firma, ein Reiterunternehmen in Chile. Auf Grund dieses frühen Internetstarts buchten bei uns die Menschen fleißig.
Das ist noch Zone, wie früher“ kommentiert er die Ecke wo wir sind. Und er kennst sich aus, denn als junger Bursche radelte und jockte er entlang am DDR – Grenzzaun und später an der Mauer.

altmark zeitzeuge ddrBonbon im Stacheldraht

Wir besuchen gemeinsam nahe der früheren Grenze das kleine Grenzmuseum. Mitten durch das Dorf ging die Grenze. Nicht nur ein Dorf, sondern Familien und Verwandte waren über Nacht geteilt. Im Museum, wo es Utensilien aus der Grenzzeit, Fotos und Briefe zu sehen gibt, erstarre ich fast vor einem Foto. Darauf sieht man ein schön gekleidetes Hochzeitspaar am Stacheldraht stehen nd gegenüber eine weinende Frau, die Mutter der Braut. Geteiltes Deutschland auf brutalster Weise!

Später treffen wir den Hausbesitzer, 79 Jahre alt, Zeitzeuge der Teilung, des Dorfes und deutscher trauriger Geschichte. Ich spreche ihn auf das Foto an, und seine Augen werden feucht und er erzählt: „Da war ich dabei. Mitte der 50iger Jahre. Das Hochzeitspaar stand bei uns im Westen. Die Frau war aus unserem Dorf. Und gegenüber die Mutter, im Osten, bewacht von einem Vopo (DDR-Grenzer). Der Wachmann hatte Mitleid und ließ die alte Frau bis 5 m an den Zaun. Sie redeten kurz, und mussten sich dann wieder trennen. Als die Mutter dann wieder hinter der Linie stand, warf die Tochter ein kleines Geschenk zu ihrer Mutter. Ein Bonbon!

Und das blieb im Stacheldraht hängen!
Das war unser Dorfleben!“

pferde denkenPferde ohne Hirn – Info-Highlight Made in Germany

Pferde, das weiß jeder normale Mensch, oder auch andere Tiere können nicht denken! Ihr Verhalten ist instinktiv, mehr nicht“! Das ist die pädagogische Erklärung für die 12 jährige Martina Bauer (Name geändert) im Religionsunterricht in der Schule , die wir auf dem Pferdehof bei Maren in der Altmark kennenlernen. Uns verschlägt es fast dem Atem. „Aber ich bin ja nicht doof“ erzählt Martina, „seit meinem 6.Lebensjahr reite ich und ich weiß, die denken viel!“.
Irre, das solche Erklärungen heute noch in der Schule gestattet werden.
Clark’s Tipp: Mütter und Väter, falls eure Kinder das auch im Religionsunterricht hören, klärt doch bitte diese armen Wesen auf!

Anfang August! Wir rollen weiter Richtung Osten, nach Polen!

„Heinrichsruhe“ – Mike Hempel
Tel.
Heinrichsruhe 1
07806 Neustadt an der Orla
Email:
Webseite: www.heinrichsruhe.de

„Landhof Altmark“ – Maren Jochum
Email:

Web:http://www.landhof-altmark.de/de
In Hagen 21
38486 Apenburg-Winterfeld

Telefon:+(49) 39035 804045 Telefon:+(49) 152 34024915