Er sagte in den letzten Tagen zu mir:
„Ich kann auf ein erfülltes, erlebnisreiches Leben zurück blicken und bin
sehr Dankbar dafür!“

Er ist friedlich eingeschlafen und ich hoffe sehr er hat ein zu Hause
gefunden… oder ist schon wieder unterwegs in den nächsten Körper um weitere
Abenteuer zu bestehen!

Ich bin sehr Dankbar für jeden Tag den ich an seiner Seite mit ihm gehen
durfte. Die gemeinsamen 25 Jahre scheinen wie 50, wenn ich an all die
Reisen, Abenteuer und Erlebnisse denke. Nicht immer war alles rosarot.
Im Herzen wusste ich jedoch immer, dass mir im Leben nie ein
wertvollerer Mensch begegnen wird für mein weltliches Wohl und für das
Wachsen meiner Seele.

Liebe Freunde haben mir geschrieben:
„Clark bleibt in unserer Erinnerung ein Mensch der es verstand zu Leben
mit vollem Risiko, großer Hingabe und in vollen Zügen. Mit seiner Art
der Offenheit, Ehrlichkeit und Zielstrebigkeit, durften wir ihn als
sehr Liebeswert und Dankbar kennen und schätzen lernen.“

Ich weiß, dass viele Menschen ihn in diesem Sinne in Erinnerung behalten.

Clark

Mein Name ist Clark, ich schwöre ich bin Berliner, aber mich taufte meine Mutter so, weil sie Clark Gable liebte. Und bevor mich die Criollo Pferde durch die Anden trugen, ich war damals in Chile 44 Jahre, erlebte ich in meinen Zwanzigern die sanften Schritte der Kamele. Mehrmals reiste ich mit Kamelen in und durch die Sahara. Mein Fotojournalisten Job brachten mich in das tiefste Afrika, zu den Onge Steinzeitmenschen nach Asien, in die arabische Welt zwischen Afghanistan bis nach Mauretanien. Freude an den Wüstenweiten gewonnen, tauschte ich die Sandmeere mit den Weiten der Ozeane. Allein, das sind Einhandsegler, verwirklichte ich mir meinen Kindheitstraum und segelte die Route Sindbad der Seefahrer von Oman nach China, wo ich als erste westliche Yacht anlegen durfte. Dann ging es weiter nach Mikronesien, Papua Neuguinea, Australien und Afrika. Segeln ist der kürzeste Weg zu sich selbst, das gefiel mir. Ich machte weiter, mit einer extra dafür gebauten Aluminiumyacht, umsegelte ich als erster Mensch ganz Amerika via Arktis und Antarktis. Nach diesen 3 Jahrestrip war Zeit für eine neue Lebensetappe, mich reitzte das Leben mit Pferden. Mich faszinierten die Pferde so extrem, das ich Deutschland verließ, alles kündigte und aufräumte, und 1993 mich in Chile ansiedelte. Hier baute ich mit Manuela zwei Reitunternehmen auf, was ja fast Nebensache ist, denn die Zeit in Chile nutzte ich besonders Pferde kennenzulernen, und natürlich die Menschen die sie reiten. Pferde wurden und sind heute Mittelpunkt meines Lebens. In Südamerika hatte ich viele Gelegenheiten, wir haben ja über 10 000 Menschen auf Pferden durch die Anden bewegt, Pferde und deren Verhalten zu sehen und Reaktionen zu erklären. Ein schöner Fundus den ich gerne mit Euch teilen möchte. Für mich ist die wichtigste Grundlage positives Denken und Verständnis. Im Kopf bei uns und den Pferden findet vielmehr statt als wir oft glauben, und Pferde sind von Natur aus positiv. Das erforschen wir gemeinsam und fangen dort an wo Hilfen gebraucht werden.

Scheut Euch nicht diese anzunehmen, das Leben ist ein ewiger schöner Lernprozess. Zertifikate kann ich Euch nicht bieten, nur meine Lebensphilosophie und positive Einstellung plus viel Erfahrung. Ich weiß, die Bürokraten schütteln mit den Köpfen, aber was soll ich machen, ich reite seit 20 Jahren überall herum und bin über 100 000 Seemeilen (die Strecke entspricht ca. 3 Weltumsegelungen) gesegelt und habe weder ein Reitabzeichen noch einen Segelschein.


Erinnerungen an Chile. Unser Team im wahrsten Sinne des Wortes: Angefangen von Carmen und Jairo, den liebenswerten Tieren und wir in den Anden